1. Mai

Jobs und Löhne verteidigen

Seit 1890 ist der 1. Mai der internationale Tag der Arbeit und somit der wichtigste Feiertag der Gewerkschaftsbewegung. Der SEV wird in vielen Orten unterwegs sein, an Kundgebungen teilnehmen und mit Redner:innen präsent sein.

Der 1. Mai erinnert daran, dass uns nichts geschenkt wird. Das, was wir heute haben, haben die Generationen vor uns erstritten. Es steht viel auf dem Spiel. Die Welt ist unruhiger geworden. Das gilt nicht nur mit Blick auf die Weltpolitik, in der Kriege wieder fast «normal» geworden sind. Es gilt auch für die Angriffe auf unsere Errungenschaften. Es gibt in der Schweiz Kräfte, die den Arbeitnehmer:innen ihre verdienten Rechte nehmen wollen, sich selbst aber immer mehr Reichtum und Vermögen zuschanzen. Denen müssen wir entschieden entgegentreten.

Darum haben wir die Aufgabe, uns gegen jeden Versuch zur Wehr zu setzen, Löhne, GAV und Arbeitsbedingungen insgesamt zu verschlechtern. Wir verlangen: Keine längeren Arbeitstage, keine Ausdehnung der Sonntagsarbeit, kein Angriff auf Mindestlöhne, kein Angriff auf GAV, keine Verschlechterungen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz, kein Angriff auf die flankierenden Massnahmen, auf Lohnschutz und Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer-Rechte. Deshalb hat auch der Vorstand des SEV beschlossen, die Nein-Parole zur Chaos-Initiative zu empfehlen, weil diese Initiative genau solche Angriffe führt! Wir wollen Schutz und Gerechtigkeit für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – das nennt man Solidarität. Die Initiative macht zudem den öV teurer, schlechter und unsicherer.

Auch wenn unsere heutigen Herausforderungen andere sind als im Jahr 1890, als der 1. Mai erstmals als «Tag der Arbeit» begangen worden ist, so bleiben doch die Mechanismen die gleichen: Besonders sichtbar wird die Herausforderung im öffentlichen Verkehr. Er ist nicht Luxus, nicht Zusatz, nicht nice-to-have. Er ist Grundversorgung; er ist Service public, er ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Gesellschaft funktioniert. Diejenigen, die ihn Tag für Tag am Laufen halten, unsere Mitglieder, verdienen Respekt – nicht nur in Worten, sondern in Taten. Für uns heisst das: Sicherheit und Unversehrtheit des Personals sind nicht verhandelbar. Wer im öffentlichen Verkehr arbeitet, darf nicht zum Ziel von Übergriffen werden. Wer Verantwortung für die Sicherheit der Kund:innen trägt, braucht Schutz, gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne.

Doch am 1. Mai geht es um so viel mehr: Es geht um die Frage, in was für einer Welt wir leben wollen. Ich will, dass wir in einer Gesellschaft leben, die auf Solidarität baut, die die Schwachen schützt und in der die Starken Verantwortung für den Fortschritt und die Teilhabe aller Menschen übernehmen.

Matthias Hartwich, Präsident SEV

Der SEV ist an folgenden Orten präsent am 1. Mai:

Hier findest du weitere Standorte, wo der 1. Mai von den Gewerkschaften gefeiert wird.