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Streik am Flughafen Zürich bereits im Januar?

Die Verhandlungen mit Swissport Zürich über die Erneuerung des Gesamtarbeitvertrags sind gescheitert. Swissport war nicht gewillt ein faires Angebot der Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Damit nimmt Swissport einen Streik seiner Arbeitnehmenden am Flughafen Zürich in Kauf.

Ende Jahr läuft der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das Bodenpersonal von Swissport am Flughafen Zürich aus. Der aktuelle GAV, welcher die Arbeitsbedingungen von 2000 Mitarbeitenden regelt, wurde zu letzt im Jahr 2022 erneuert. Bereits damals mussten die Arbeitnehmenden nach der Corona Pandemie schmerzhafte Zugeständnisse machen. So wurde die Frühpensionierung mit 63 Jahren abgeschafft und die Mitarbeitenden mussten sich stärker an den Pensionskassen bei trägen beteiligen.

Ziel der Arbeitnehmerverbände SEV-GATA, VPOD Luftverkehr und kfmv war es, in den Verhandlungen deutliche Lohnerhöhungen zu erreichen. Über vier Jahre sollten die Löhne insgesamt um 7 Prozent steigen. Bei Einstiegslöhnen von knapp über 4000 Franken sind solche Erhöhungen dringend notwendig. Diese liegen derzeit teilweise sogar unter dem städtischen Mindestlohn von Zürich.

Teuerung frass Lohnerhöhungen auf

Doch Swissport Zürich weigerte sich, auf die Forderungen der Arbeitnehmerverbände einzugehen. Für drei Viertel der Mitarbeitenden sollen die Löhne innerhalb von vier Jahren lediglich um 2,8 Prozent steigen. Für das verbleibende Viertel der Belegschaft wären zwar etwas stärkere Lohnerhöhungen vorgesehen, allerdings auf Kosten von Lohnsenkungen in anderen Funktionen.

Gleichzeitig verlangt Swissport von den Mitarbeitenden noch mehr Flexibilität. Die Jahresarbeitszeit soll ausgedehnt und die Anzahl der Schichten mit Zimmerstunden, also mit Arbeitsunterbrüchen von teilweise mehr als zwei Stunden, sollen erhöht werden. Dabei arbeiten die Mitarbeitenden in Zürich bereits heute flexibler als an beinahe alle anderen Stationen von Swissport. Schicht- und Wochenendarbeit sowie Ruhezeiten von lediglich acht Stunden gehören schon jetzt zum Alltag. Noch mehr Flexibilität bei gleichzeitig sehr tiefen Löhnen ist den Mitarbeitenden nicht mehr zuzumuten.

In den vergangenen vier Jahren wurde den Mitarbeitenden von Swissport Zürich teilweise nicht einmal die Teuerung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) vollständig ausgeglichen. Dabei sind im LIK noch nicht einmal die stetig steigenden Krankenkassenprämien berücksichtigt, welche die Kaufkraft der Mitarbeitenden zusätzlich stark belasten. Die Mitarbeitenden haben in den vergangenen vier Jahren somit real an Kaufkraft verloren. Aufgrund der ohnehin tiefen Löhne im Luftverkehr trifft sie dieser Kaufkraftverlust besonders hart.

Mitarbeitende bereiten sich auf Streik im Januar vor

Die Mitarbeitenden haben die Nase voll von den ungenügenden Lohnangeboten des Arbeitgebers und zeigen sich kampfbereit. Deshalb hat die Verhandlungsgemeinschaft der Arbeitnehmerverbände SEV-GATA, VPOD Luftverkehr und kfmv geschlossen entschieden, die GAV-Verhandlungen abzubrechen und für gescheitert zu erklären.

Die Arbeitnehmerverbände sind weiterhin bereit, die Gespräche wieder aufzunehmen, sofern Swissport den Mitarbeitenden ein faires und angemessenes Angebot unterbreitet und bereit ist, die Löhne für alle zeitgemäss zu gestalten. Sollte ein entsprechendes Angebot ausbleiben, planen die Arbeitnehmerverbände Arbeitskampfmassnahmen bis hin zum Streik. Können sich die Sozialpartner nicht einigen, herrscht ab Januar 2027 ein vertragsloser Zustand. Damit endet auch die Friedenspflicht.

Die Mitarbeitenden von Swissport sind entschlossen, ihren GAV und ihre Arbeitsbedingungen zu verteidigen – notfalls auch mit einem Streik.

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