Swiss liefert ab – Lufthansa muss auch liefern

Die Swiss schreibt weiterhin starke Zahlen. Zwar bleibt das aktuelle Ergebnis leicht unter den Erwartungen, die indirekt der Mutterkonzern Lufthansa vorgab, doch ist die Schweizer Airline im Vergleich mit anderen Airlines nach wie vor hervorragend aufgestellt. Für den SEV-GATA ist deshalb klar: Der Erfolg gehört den Mitarbeitenden. Wer Jahr für Jahr Spitzenleistungen erbringt, hat Anspruch auf faire Löhne, Wertschätzung und eine eigenständige Swiss – nicht auf weiteren Sparzwang aus Frankfurt.
Mit Unverständnis stellt der SEV-GATA fest, dass die Swiss immer enger an die Leine der Lufthansa genommen wird. Besonders die Besetzung des noch zweiköpfigen Verwaltungsrates Anfang Juni 2026 mit zwei Lufthansa-Managern sendet ein fatales Signal. Die Identität und Stärke der Swiss beruhen auf ihrer Verankerung in der Schweiz – diese Swissness darf nicht Schritt für Schritt ausgehöhlt werden.
Der neue Gesamtarbeitsvertrag 2027 für das Bodenpersonal zeigt zwar, dass dank konsequentem gewerkschaftlichem Einsatz spürbare Verbesserungen möglich sind. Gleichzeitig diktiert die Lufthansa indirekt der Swiss jedoch ein Sparprogramm, das in der Administration den Abbau von rund zehn Prozent der Vollzeitstellen vorsieht. Für SEV-GATA ist dieser Widerspruch nicht akzeptabel: Rekordergebnisse auf der einen Seite, Stellenabbau und steigender Druck auf die Mitarbeitenden auf der anderen.
«Es geht nicht an, dass Mitarbeitende der grundsätzlich hochprofitablen Swiss die Zeche für Probleme der Lufthansa-Gruppe bezahlen sollen», betont Philipp Hadorn, Präsident SEV-GATA und Alt-Nationalrat, der sich auch politisch für die Sicherung der Swiss seit Jahren einsetzt. «Bei den bevorstehenden Lohnverhandlungen und der hängigen Prüfung von Funktionsbewertungen erwarten wir echte Wertschätzung und eine angemessene Entschädigung für die Mitarbeitenden, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen.»
Hadorn richtet auch eine deutliche Botschaft an den Lufthansa-Konzern: «Falls man in Frankfurt glaubt, starke Gewerkschaften liessen sich in der Schweiz einfach auf Distanz halten, irrt man sich gewaltig. SEV-GATA wird die berechtigten Interessen seiner Mitglieder mit Nachdruck vertreten. Wenn nötig, werden wir die Eskalation Schritt für Schritt vorantreiben – immer mit dem Ziel, faire Arbeitsbedingungen und Respekt gegenüber den Mitarbeitenden durchzusetzen.»
Für den SEV-GATA steht fest: Die Swiss braucht keine weitere Zentralisierung und keinen verordneten Sparkurs. Sie braucht unternehmerischen Handlungsspielraum, eine starke Schweizer Identität und Mitarbeitende, die am gemeinsam erarbeiteten Erfolg angemessen teilhaben.
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