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Barbara Keller antwortet

Bedrohung für den öV

Sollte die Initiative der SVP, über die am 14. Juni abgestimmt wird, angenommen werden, wäre dies das Ende der bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU – mit folgenschweren Konsequenzen. Warum hat der SEV die Nein-Parole zur sogenannten «Chaos-Initiative» beschlossen?

Am 14. Juni stimmt die Schweiz über die «Chaos-Initiative» ab – eine SVP-Initiative, die die Schweizer Bevölkerung auf 10 Millionen beschränken will. Für das Verkehrspersonal ist diese Initiative eine ernsthafte Bedrohung.

Der öffentliche Verkehr ist stark von öffentlicher Finanzierung abhängig. Der Verlust des Zugangs zum EU-Binnenmarkt würde die Wirtschaft schwächen und die Steuereinnahmen verringern. Dadurch werden auch die Mittel für den öV gekürzt – weniger Verbindungen, längere Wartezeiten, weniger Sicherheit.

Die Initiative verschärft zudem den Fachkräftemangel im öV. Bereits heute müssen viele im öV oft 10- bis 12-Stunden-Schichten leisten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Durch Zuwanderungsbeschränkungen wird es noch schwieriger, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Das erhöht die Arbeitsbelastung, verringert Erholungszeiten und erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das gefährdet sowohl die Gesundheit des Verkehrspersonals als auch die Sicherheit der Fahrgäste.

Am Ende steht eine einfache, aber entscheidende Frage: Wollen wir einen öffentlichen Verkehr, der für alle da ist – oder einen, der langsam ausdünnt, teurer wird und an Qualität verliert? Der öffentliche Verkehr ist keine Nebensache. Er verbindet Städte und Dörfer, Menschen und Regionen, Alltag und Arbeit. Und er lebt von den Menschen, die ihn Tag für Tag möglich machen. Setzen wir ihn nicht aufs Spiel.

Deshalb: Nein zur Chaos-Initiative – für einen starken, sicheren und zuverlässigen öffentlichen Verkehr!

Barbara Keller ist Vizepräsidentin des SEV. Hast du Fragen an sie oder an den SEV? Schreib uns an .

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