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SBB Infrastruktur: Der SEV kritisiert die Sparmassnahmen

SBB Infrastruktur informierte am 11. Juni im Intranet über Massnahmen zur Schliessung einer Finanzlücke von 130 Millionen Franken in den Jahren 2027 bis 2028. Diese Sparmassnahmen überzeugen den SEV nicht und er stellt Forderungen, um Kollateralschäden abzuwenden, welche die Verantwortlichen womöglich unterschätzen.

Stellenabbau dort, wo schon heute Fachleute fehlen, wäre kontraproduktiv. © SBB/Clemens Laub

Am 11. Juni teilte SBB Infrastruktur dem Personal mit, dass die vom Bundesamt für Verkehr im Rahmen der Leistungsvereinbarung 2025–2028 gesprochenen Gelder nicht ausreichen, um beispielsweise Mieten, Personal, Betrieb und den Anlagenunterhalt genügend zu finanzieren. Gründe dafür seien die Unterschätzung von Teuerungsentwicklungen und die Verzögerung von Effizienzsteigerungsmassnahmen.

Zu den Sparmassnahmen gehören unter anderem:

• die Reduktion der Vollzeitstellen in allen Geschäftsbereichen von SBB Infrastruktur um zwei Prozent in den Jahren 2027 und 2028 «primär über die natürliche Fluktuation»; konkret soll im Schnitt etwa jede sechste freiwerdende Stelle nicht mehr besetzt werden;

• Reduktion der ursprünglich geplanten Unterhaltsarbeiten, ohne angeblich damit die Zielerreichung bei der Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen zu gefährden. «Da sich die Lebensdauer einer Anlage durch den Unterhalt grundsätzlich nicht verlängern lässt, hat diese Massnahme im Gegensatz zu einer Verschiebung von Erneuerungsarbeiten keinen Einfluss auf den Rückstand im Substanzunterhalt», schreibt die SBB.

Der SEV teilt letztere Aussage bezüglich der Lebensdauer nicht. «Vielleicht kann diese nicht verlängert werden, sie kann jedoch durch ungenügenden Unterhalt durchaus verkürzt werden – was zu unter Umständen hohen Folgekosten führen kann», sagt Gewerkschaftssekretär Michael Buletti, der beim SEV für das Dossier SBB Infrastruktur zuständig ist.

Forderungen des SEV

Deshalb fordert der SEV, diesen Sachverhalt vor der Reduktion von Unterhaltsarbeiten angemessen zu berücksichtigen. Zudem wächst der Rückstand beim Unterhalt der Anlagen bekanntlich nach wie vor an und wird mit diesen Massnahmen ganz sicher nicht kleiner. «Kurz gesagt: Diese Entscheidung könnte sich mittel- und langfristig als kostspieliges Eigentor erweisen!», warnt Michael Buletti.

Zweitens fordert der SEV, beim produktiv arbeitenden Personal keine Stellen abzubauen. «Denn dieses ist schon heute teilweise stark unter Druck, weil dringend benötigte Fachkräfte nicht gefunden werden», führt Michael Buletti dazu aus.

Drittens fordert der SEV, dass die Sparmassnahmen nicht dazu führen dürfen, dass noch mehr Arbeiten an Externe vergeben werden, «denn damit würden die Kosten letztlich nur noch stärker steigen statt sinken», merkt Michael Buletti dazu an.

Markus Fischer

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