TL und VMCV
Besserer Schutz bei Hitzewellen

Am 6. Oktober bestätigte die Leitung der Lausanner Verkehrsbetriebe (TL) die Einrichtung einer «Hitzewellenkommission», wie sie vom SEV seit Wochen gefordert wurde. Denn angesichts immer häufigerer und intensiverer Hitzewellen reichen die derzeitigen Massnahmen nicht mehr aus, um die Gesundheit der Bus- und U-Bahnfahrer:innen zu schützen. Der Kommission werden Vertreter:innen der TL-Geschäftsleitung, der Gewerkschaften und der Personalkommission angehören. Sie wird ihre Arbeit Anfang 2027 aufnehmen mit einem klaren Ziel: Noch vor der ersten Hitzewelle soll ein solider Hitzeschutzplan vorliegen. Der SEV wies darauf hin, dass auch Fachärzte für Arbeitsmedizin hinzugezogen werden müssen, damit die beschlossenen Massnahmen auf fundierten medizinischen Grundlagen beruhen.
Umfrage zu schwierigem Sommer
Der Sommer 2026 war geprägt von Hitzewellen von noch nie dagewesener Intensität. Um sich ein Bild über die Auswirkungen auf die TL-Mitarbeiter:innen zu machen, hat die SEV-TL-Sektion bei diesen eine Umfrage durchgeführt. Die Antworten sprechen eine deutliche Sprache: 95 % der Befragten litten unter mindestens einem Symptom, vor allem Müdigkeit, gefolgt von Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen – alles besorgniserregende Symptome am Steuer. Kaum ein:e von zehn Befragten bezeichnete die Arbeitsbedingungen als «erträglich», 13 % waren hitzebedingt mindestens einmal arbeitsunfähig und fast 90 % schliefen schlecht. Mehr als 70 % hatten Angst um sich oder ihre Kolleg:innen. Ein Drittel gab an, dass in ihrer Abteilung keine Massnahmen ergriffen wurden, und mehr als die Hälfte hielt die bestehenden Massnahmen für unzureichend. Weniger als 5 % konnten zusätzliche Pausen an einem kühlen Ort einlegen, und zwei Drittel wurden aufgefordert, «wie gewohnt» zu arbeiten. Drei Viertel hatten das Gefühl, dass sich ihre Vorgesetzten nicht wirklich um ihre Gesundheit kümmerten.
«Arbeitgeber müssen alles tun, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen zu schützen, doch das Schweizer Arbeitsrecht ist in Bezug auf Hitzewellen sehr lückenhaft», sagt SEV-Gewerkschaftssekretärin Aline Zuber. «Angesichts der globalen Erwärmung betont die ILO die Bedeutung des sozialen Dialogs für die Umsetzung von Schutzmassnahmen. Die Einrichtung der Kommission bei den TL geht daher in die richtige Richtung. Wir wollen einen abgestuften Hitzeschutzplan, der auf jeden Beruf zugeschnitten ist und die Mitarbeiter:innen wirklich schützt. Die Ergebnisse der Umfrage werden als Grundlage für die Diskussionen dienen.»
Hitzeschutzplan auch für die VMCV
Bei den Verkehrsbetrieben Vevey–Montreux–Chillon–Villeneuve hat der SEV die Leitung ebenfalls aufgefordert, mit der Gewerkschaft einen Plan zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer:innen bei Hitze zu erarbeiten und bis im Frühjahr 2027 umzusetzen. Seitens VMCV machen sich Kader und HR-Leute zusammen mit dem Sicherheitsbeauftragten an die Arbeit, während der SEV bereits über einem allgemeinen Plan für die Branche brütet. Im März werden VMCV und SEV ihre Arbeiten zusammenführen, um den Hitzeschutzplan des Unternehmens fertigzustellen.
Yves Sancey