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GAV-KOnferenz SBB und SBB Cargo

«Wir sind gut aufgestellt»

Nach angeregten Diskussionen entscheiden die Delegierten über verschiedene Anträge.

Delegierte der SEV-Unterverbände AS, BAU, LPV, RPV, TS und ZPV trafen sich am 8. September im Berner Egghölzli zur GAV-Konferenz SBB und SBB Cargo. Im Mittelpunkt standen der GAV von SBB und SBB Cargo sowie aktuelle gewerkschaftliche Herausforderungen.

Über 100 Delegierte aus den verschiedensten Berufsgruppen und Regionen der SBB und SBB Cargo nehmen an der GAV-Konferenz 2026 teil. SEV-Vizepräsident Patrick Kummer begrüsst die Anwesenden und führt durch den Tag. Zentrale Themen sind die laufenden Verhandlungen über Zulagen und weitere Themen sowie die anstehenden Verhandlungen über den gesamten GAV, der noch bis Ende 2028 in Kraft ist. Bei Verhandlungen während der Geltungsdauer des GAV gibt es keinen Einigungszwang. «Entweder wir finden bis Ende Jahr einen Abschluss, der für die Kolleginnen und Kollegen eine Verbesserung darstellt, oder wir finden keine Lösung. Unsere Forderungen verschwinden aber nicht, sie bleiben relevant», erklärt Patrick Kummer.

Im kommenden Frühling befindet die GAV-Konferenz über das weitere Vorgehen im Hinblick auf die Verhandlungen über den gesamten GAV. Spätestens dann kommen die Themen wieder auf den Tisch. «Wir sind gut aufgestellt: im SEV-Team, in den SEV-Unterverbänden sowie in der Verhandlungsgemeinschaft mit den anderen Verbänden. Wir sind bereit, den gesamten GAV zu verhandeln.»

Anschliessend informiert Gewerkschaftssekretär Michael Buletti über die Ausgangslage für die bevorstehenden Lohnverhandlungen. Nebst den benötigten Mitteln für die individuelle Lohnentwicklung gemäss Lohnsystem wird auch die ansteigende Teuerung ein zentrales Thema in den Lohnverhandlungen sein. «Dank dem GAV haben wir klare und zielführende Prozesse bei den Lohnverhandlungen. Es ist unsere Aufgabe, dass wir die Forderungen in den kommenden Verhandlungen bestmöglich vertreten und einen Kaufkraftverlust für die Mitarbeitenden verhindern.»

Ein wichtiger Teil der Konferenz ist die Behandlung verschiedener Anträge zu künftigen Verhandlungsinhalten. Die Delegierten diskutieren engagiert und entscheiden danach, welche Forderungen der SEV weiterverfolgen soll.

Nach dem Mittagessen besucht SEV-Präsident Matthias Hartwich die Konferenz. In seinem Grusswort spricht er dem Verkehrspersonal seine Wertschätzung aus: «Die Schweiz ist ein Leuchtturm im öffentlichen Verkehr in Europa und muss es bleiben. Und ihr seid das Herz dieses Leuchtturms.»

Gewerkschaftssekretärin Susanne Oehler zeigt auf, dass Teilzeit heute im ganzen Konzern selbstverständlich nachgefragt wird, in der Schichtarbeit ebenso wie in der Verwaltung. Die bestehenden Arbeitszeitregelungen liefern jedoch nicht für alle Teilzeitmodelle klare Antworten. Im laufenden Austausch auf Konzernstufe geht es deshalb darum, die Themen sauber zu unterscheiden: Wo braucht es eine einheitlichere Anwendung bestehender Regelungen, wo Aufklärung und Klärung unterschiedlicher Praxis und wo allenfalls eine Weiterentwicklung im GAV. Ziel des SEV ist es, gemeinsam tragfähige Grundsätze zu entwickeln, damit Teilzeit konzernweit fair, verlässlich und praxistauglich ausgestaltet werden kann.

Über die abgeschlossenen Verhandlungen zu den bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) im Personenverkehr informiert Gewerkschaftssekretär René Zürcher. In den Bereichen Zugführung, Kundenbegleitung, Cleaning und Rangier wurde das Verhandlungsergebnis von den betroffenen SEV-Mitgliedern in einer Abstimmung angenommen. «Nun haben wir auch im Bereich Unterhalt Rollmaterial (PP-UHR) einen Abschluss. Auch der Unterverband TS möchte hierzu eine Abstimmung durchführen, was wir in den kommenden Monaten machen werden.»

Zum Abschluss der Konferenz spricht Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn über die Entwicklungen im Schienengüterverkehr. Der SEV zeigt sich zufrieden darüber, dass SBB Cargo nach 25 Jahren wieder unter das Dach der SBB zurückkehrt (siehe Kasten). Allerdings besteht die Gefahr, dass der eingeschlagene «G-enesis»– Weg, verbunden mit Leistungs- und Personalabbau, die anhaltende verkehrte Verlagerung von der Schiene auf die Strasse weiterführt.

Michael Spahr

SBB Cargo wieder unter SBB-Dach

Die SBB hat am 26. August bekannt gegeben, SBB Cargo nach 25 Jahren wieder in die SBB zu integrieren. Der SEV begrüsst diesen Entscheid. Die Wiedereingliederung soll den Mitarbeitenden mehr Sicherheit, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bieten sowie den Schienengüterverkehr stärken. Der SEV fordert, dass Sozialpartner und Mitarbeitende von Beginn an verbindlich einbezogen werden.

«Der SEV hat die Auslagerung und Verselbstständigung der Gütersparte der SBB über Jahre sehr kritisch beurteilt – und der Reintegrationsbeschluss zeigt, dass auch die Verantwortlichen inzwischen zur Einsicht gelangt sind, dass das Experiment gescheitert ist», sagt SEV-Vizepräsident Patrick Kummer. Die Reintegration ist eine Chance, Synergien zu nutzen, Fachwissen zu sichern und dem Schienengüterverkehr mehr Stabilität zu geben.

«Und es gilt darauf zu achten, dass SBB Cargo bei der konzern-internen Interessenkonkurrenz nicht erneut den Kürzeren zieht, sondern sich innerhalb des Konzerns so entwickeln kann, dass Know-how und Arbeitsplätze gesichert sind und dass SBB Cargo endlich Marktanteile am langfristig wachsenden Gütermarkt gewinnt», sagt der für das Dossier Cargo zuständige SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn.

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